Der „Markt“ der Browsergames


von Torben Kohring

Gerade im Bereich der Online-Browsergames ist es schwierig, die beliebtesten Titel zu ermitteln. Kann man im Bereich von Datenträgern die Verkaufszahlen als Messinstrument heranziehen, ist dies bei kostenlosen Spielen nicht so einfach möglich. Auch die Zahl der Benutzer kann hier nur ungenaue Werte liefen. Jeder Betreiber eines Browsergames hat schließlich die Zielsetzung über geschaltete Werbung seine Kosten auszugleichen oder sogar Gewinn zu erwirtschaften. Somit ist die Rechnung klar: je mehr Nutzer ich vorweisen kann, desto höher dürften in der Regel auch meine Werbeeinnahmen sein.
Eine Möglichkeit ist es, sich an den Charts auf verschiedenen Seiten zu orientieren, die sich mit Online-Browsergames befassen. Diese Charts entstehen in der Regel durch Abstimmungen auf der Homepage und sind dadurch natürlich auch subjektiv. Je mehr Teilnehmer abgestimmt haben, desto größer ist die Aussagekraft dieser Charts.
Die Zahl der Browsergames ist mittlerweile so groß, dass es lediglich möglich ist, exemplarisch einige Titel herauszugreifen und vorzustellen. Ein Spiel, das heute bei den Nutzern noch sehr beliebt ist, kann morgen schon in der Versenkung verschwunden sein. Nur wenige Browsergames halten sich daher mit anhaltendem Erfolg über Jahre in der Beliebtheitsskala der Spieler in den oberen Regionen. In Zeiten, als das Phänomen Browsergames noch jung war, konkurrierten zudem nur einige wenige Titel um die Spieler. Mittlerweile ist das Feld jedoch so vielfältig wie die Interessen seiner Nutzer. Fans fast jeder Sportart können als Manager eine Mannschaft oder einen Spieler an die Weltspitze führen. Ganze Völker wollen in historischen, fantastischen oder science-fiction-artigen Szenarien zu Ruhm und Macht geführt werden. Es ist möglich als Mafiapate Schutzgeld zu erpressen oder als Drogendealer ein Kokainimperium aufzubauen. Ölfelder warten darauf, vom Spieler als erstes erschlossen zu werden, Fluglinien wollen gemanaged werden oder die Hanse wartet darauf in der Person des Spielers einen erfolgreichen Anführer zu finden.

Im Folgenden wollen wir einige der bekannteren Online-Browsergames kurz vorstellen:

The crown:
"The crown" existiert seit 2001, eine lange Zeit, selbst für ein Browsergame. Eine lange Zeit, in der Spieler der ersten Stunde zahlreiche Veränderungen, sowohl im Regelwerk als auch grafisch mitgemacht haben. So ist aus The Crown ein hartes Browsergame in mittelalterlichem Setting geworden. Im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Sorte darf man den Gegner nämlich auch vollständig besiegen, indem man ihm sein letztes Territorium entreißt und ihn danach entmachtet. Also nichts für geduldige friedliebende Spieler, die Tage und Wochen in den Aufbau ihrer Städte stecken wollen, denn ca. 30000 Spieler tun nichts anderes, als Kriege für Macht und neuen Ländereien anzuzetteln.
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O-Game
O-Game ist mit über 2 Millionen Spieleraccount laut Angaben des Betreibers das größte Online-Browsergame Europas. In O-Game entwickelt der Spieler einen öden Planeten zu einem strahlenden Imperium. Dafür muss der Spieler die Technik seiner Zivilisation weiterentwickeln, eine Raumflotte aufbauen und benachbarte Planeten erobern. Ohne Bündnisse geraten auch in diesem Spiel neue Spieler schnell zwischen die Fronten von bestehenden Imperien. Im Gegensatz zu "The Crown" kann dem Spieler hier zwar letztendlich nicht sein komplettes Gebiet genommen werden, jedoch gleicht ein Zurückgeworfenwerden auf den Ursprungsplaneten einer kompletten Niederlage.
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Seafight
Seafight ist ein grafisch beeindruckendes Browsergame, das sehr eindrucksvoll zeigt, welche Grafik heutzutage dank Flash-Technologie in einem Browserfenster möglich ist.
In Seafight übernimmt der Spieler die Steuerung über ein Schiff und geht mit diesem auf die Jagd nach Schätzen und Piraten. Dabei steht nicht wie in einem klassischen Browsergame der Aufbau einer Basis im Vordergrund sondern ähnlich wie in dem Online-Rollenspiel Bounty Bay die Seeschlacht und das Navigieren des Schiffes. Gerade durch diesen Ansatz erfreut sich Seafight bei Jugendlichen großer Beliebtheit.
Seafight wird von ca. 1,3 Millionen Spielern gespielt, die sich auf verschiedene Server verteilen und von denen jederzeit 3000 Spieler online sind.
Das Thema Piraten wird ebenfalls von dem populären "Caribic Islands" behandelt.
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Hattrick
Besonders unter Fußballfans ist der Fußballmanager Hattrick sehr beliebt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tippgemeinschaften, in denen z.B. Bundesligaergebnisse oder EM-Ergebnisse getippt werden, übernimmt der Spieler in Hattrick die Verwaltung eines kompletten Vereins. Mit der zusammengestellten Mannschaft tritt der Spieler dann an virtuellen Spieltagen gegen die Mitspieler seiner Liga an. Vom Funktionsumfang kann der Browsermanager natürlich nicht mit dem Schwergewicht Fußballmanager 08 mithalten, der Reiz liegt jedoch in der Möglichkeit ohne großen Aufwand und Kosten, seine Managerkünste direkt mit anderen Spielern zu messen.
Eine realistische Variante bietet das Managerspiel Comunio, in dem die realen Spieler der Bundesligisten gehandelt werden und die Bewertung sich nach den realen Ergebnissen der Bundesligaspiele richtet. Ein wenig Ahnung von Fußball wird bei dieser Variante also vorausgesetzt, um erfolgreich mitspielen zu können.
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Es gibt mittlerweile unzählige Seiten, die sich ausschließlich mit Browsergames beschäftigen. Sie eignen sich sehr gut, um das richtige Game für den eigenen Geschmack zu finden. Bei Schwierigkeiten wird dem Anfänger in der Regel gerne in den zum Spiel gehörenden Foren weitergeholfen, schließlich sind diese Spiele grundsätzlich auf Gemeinschaft und gegenseitige Hilfe ausgelegt.

Die technischen Möglichkeiten werden auch im Bereich der Browsergames zu weiteren Veränderungen führen. So sind beispielsweise bereits erste Browser-Shooter in der Entwicklung. Was diese Entwicklung aus Jugendschutzsicht bedeutet, wollen wir im nächsten Teil unseres Browsergame-Specials näher beleuchten.