The Surge

Genre
Rollenspiele
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Focus Home Entertainment
Erscheinungsjahr
2017.05
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Dystopisches Action-Rollenspiel für Profis
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Genreexperten und frustresistente Spieler, die keine Herausforderung scheuen
Sprache
gute deutsche Synchronisation, Texte eher belanglos
Grafik
weitestgehend gelungene Optik, starke Kampfanimationen
Sound
Soundtrack und Effekte überzeugen

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Hauptcharakter und Nebenfiguren bleiben blass
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Taktisches Vorgehen
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Gewalthaltige Inhalte
Autor
Ingmar Böke
Einzeltest
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Das Action-Rollenspiel The Surge ist in einer dystopischen Zukunft angesiedelt. Umweltkatastrophen und Hungersnöte sind an der Tagesordnung. Die Erde ist ein trostloser Ort, der sich dem Untergang nähert. Eine zentrale Rolle im Spiel nimmt der High-Tech-Konzern Creo ein. Dieser versucht seine Technologien zu nutzen, um den Klimakollaps zu verhindern. Etwa dadurch, Chemikalien in die Erdatmosphäre zu schießen, um selbige zu regenerieren. In den ersten Spielminuten tritt Protagonist Warren einen Job bei Creo an und wird auf schmerzhafte Weise mit einem Exoskelett verbunden. Einer Art Roboteranzug, der menschliche Arbeit effizienter machen soll.
Während der brutalen Prozedur ereignet sich jedoch ein Unfall, woraufhin Warren das Bewusstsein verliert. Als er wieder zu sich kommt, liegen große Teile des Firmenareals in Schutt und Asche. Die anderen Mitarbeiter scheinen den Verstand verloren zu haben und greifen Warren an. Ziel ist es nun, nicht nur am Leben zu bleiben, sondern darüber hinaus der Ursache des Unglücks auf den Grund zu gehen. Spielerisch setzt The Surge auf knallharte Nahkämpfe und das Aufleveln von Fähigkeiten. Der Schwierigkeitsgrad fällt sehr anspruchsvoll aus und setzt eine hohe Frusttoleranz voraus. Ein Mehrspielermodus ist nicht vorhanden.

Pädagogische Beurteilung:
Mechanische Spielerfahrung
Inhaltlich macht The Surge nicht viel aus dem interessanten Grundgedanken. Im Verlauf spielt die Handlung nur noch eine untergeordnete Rolle - Hauptcharakter Warren bleibt samt der wenigen Nebenfiguren blass. Der Fokus wird klar auf Action- und Rollenspiel-Elemente gelegt. Das deprimierende Setting mag manche Spieler_innen abschrecken. Fast alles wirkt karg und abweisend. Der Industriekomplex von Creo besteht größtenteils aus Betonwüsten und Stahl. So bewegt sich Warren etwa durch Fabrikareale, Schächte, Aufzüge oder Tankstationen. Mit zunehmender Spieldauer gestaltet sich die Umgebung als immer karger und liebloser. Spieler_innen, die sich nicht am Setting stören, bekommen wiederum ein sehr unterhaltsames Nahkampfsystem geboten. Schusswaffen sind auf dem Firmengelände nicht erlaubt, stattdessen kommen zumeist Werkzeuge zum Einsatz, die als Schlagwaffen umfunktioniert werden. Beispielsweise Hämmer, Plasmaschneider oder Kettensägen. Lediglich eine Drohne, die Warren mitunter begleitet, kann auf Gegner schießen. Allerdings verursacht sie nur wenig Schaden und dient eher der Ablenkung. Bekämpft werden verschiedene Formen von Roboterwesen, darunter auch teilweise Menschen, die wie Warren mit einem Exoskelett verbunden sind. Als besonders knifflig erweisen sich diverse Endgegner. Grundsätzlich erfordern die Kämpfe in The Surge taktisches Vorgehen, um Fortschritte erzielen zu können.

Motivierendes Aufleveln für erfahrene Spieler_innen
The Surge
ermöglicht es, verschiedene Körperpartien der Gegner gezielt anzugreifen. Handelt es sich um Stellen ohne Panzerung, können Widersacher schneller besiegt werden. Das Spielsystem motiviert jedoch dazu, gepanzerte Stellen anzugreifen. Werden bestimmte Ausrüstungsteile abgetrennt, erhalten Spieler_innen Blaupausen der jeweiligen Objekte. Diese können in Werkstätten genutzt werden, um die entsprechende Ausrüstung für den Eigengebrauch zu produzieren. Rollenspieltypische Erfahrungspunkte werden in Form von Altmetall gesammelt. Zudem kann Warren mehrere Implantate verwenden, die unterschiedliche Spielsituationen erleichtern können. Wissen Spieler_innen etwa, dass demnächst ein besonders zäher Gegner bekämpft wird, lohnt es sich, mehrere Implantate einzusetzen, die Warrens Gesundheitswerte verbessern.
Einen starken Anreiz zieht das Kampfsystem aus seinem hohen Schwierigkeitsgrad. Wer das circa dreißig- bis fünfunddreißigstündige Spiel meistern möchte, findet ausreichende Motivation, um Ausrüstung und Fähigkeiten aufzuwerten. Selbst erfahrene Spieler_innen werden vermutlich häufig ihr Leben verlieren. The Surge richtet sich eindeutig nicht an Gelegenheitsspieler_innen. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Titeln werden Spieler_innen nur selten an die Hand genommen. Dies führt leider immer wieder mal zu unnötiger Rennerei. Auch wenn die Spielareale eingeschränkt sind, stehen beim Erkunden viele Freiheiten zur Verfügung. Eine Karte ist innerhalb von Ladebildschirmen verfügbar, jedoch nicht innerhalb des Spiels. Grafisch spielt der Titel nicht in der allerersten Liga mit, hinterlässt aber einen positiven Eindruck. Insbesondere die elementar wichtigen Kampfanimationen wissen zu überzeugen. Selbiges lässt sich auch über die deutsche Synchronisation, den Soundtrack und die Toneffekte sagen.

Eine brutale Zukunft
Schon im Intro wird deutlich, dass sich The Surge an ein erwachsenes Publikum richtet. Während Warren das Exoskelett angelegt wird, spritzt es nur so vor Blut und die Hauptfigur schreit vor Schmerzen. Knüppelhart geht es auch in den Kämpfen zu – nicht zuletzt durch die Möglichkeit, Körperpartien abzutrennen. Dargestellt wird eine lebensfeindliche Welt voller Gewalt. The Surge hat eine gesetzliche Alterskennzeichnung der USK ab 18 Jahren erhalten und gehört somit nicht in die Hände minderjähriger Spieler_innen.

Fazit:
Die Spielwelt in The Surge ist ebenso hart wie trostlos. Durch seine kompromisslose Gewaltdarstellung richtet sich der Titel ausschließlich an Erwachsene. Volljährige Spieler_innen, die sich für das Setting begeistern können, wird ein weitestgehend gelungenes Action-Rollenspiel geboten. Dieses erinnert spielerisch an die beliebte Dark Souls-Reihe. Insbesondere das Kampfsystem motiviert zum Aufwerten von Ausrüstung und Fähigkeiten. Inhaltlich überzeugt The Surge trotz einer interessanten Grundidee jedoch nur bedingt.