Giana Sisters - Twisted Dreams

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Black Forest Games
Erscheinungsjahr
2012.10
Systeme
PC, Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii U
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam
Kurzbewertung
Rasantes Jump&Run für Fortgeschrittene
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Interessant für
Jump&Run-Fans
Sprache
deutsch
Grafik
Ein Wechsel zwischen farbenfroher und düsterer Umgebung, Vorder- und Hintergründe sind sehr detailliert ausgestaltet
Sound
Wechsel zwischen Gitarrenklängen und Piano/Synthesizern. Rasant, dramatisch, aber wenig abwechslungsreich

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
die spielbare Hauptfigur Giana, muss ihre Schwester Maria befreien
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geschicklichkeit, Hand-Auge-Koordination, Reaktionsfähigkeit, Objekte aufsammeln, Gegner besiegen
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
kämpferische Inhalte, allerdings ohne die Darstellung von Verletzungen
Gruppenleiterin
Katrin Schmidt
Luna Sennestadt, HoT Schildesche
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Mit Giana Sisters: Twisted Dreams erschien ein weiterer Teil der Giana Sisters-Saga, welche auch als Directors Cut für die PS4 und die Wii U erschienen ist. Die Spiele-Reihe hatte es in der Vergangenheit nicht leicht. Das von deutschen Software-Entwickler_innen produzierte Spiel erschien erstmals als The Great Giana Sisters als C64-Version. Jedoch stand es in direkter Konkurrenz zum Klassiker Super Mario Bros., was – durch erhebliche Ähnlichkeiten – einen Streit mit Nintendo nach sich zog. Trotz gescheiterter Versuche seitens Nintendo das Spiel zu verbieten, hat es einen Kultstatus erreicht. Dennoch sind bislang nur wenige Titel erschienen und ein wenig in Vergessenheit geraten. Mit Giana Sisters: Twisted Dreams konnte dank Kickstarter-Finanzierung ein neues Indie-Jump&Run-Abenteuer realisiert und veröffentlicht werden. Im Gegensatz zum Mario-Hit sind die Entwickler der 2D-Spielmechanik treu geblieben und die Optik weist keine direkten Ähnlichkeiten mehr zu diesem auf. Wie auch schon im C64-Klassiker kämpfen sich die Schwestern durch ihre Träume und müssen in klassischer Jump&Run-Manier Hindernisse überqueren, Gegnern ausweichen, Juwelen sammeln und sich von Level zu Level kämpfen. Während sich die Protagonistin Giana in der ersten Version aus ihren Alpträumen befreien musste, wurde in diesem Teil ihre Schwester Maria in die Traumwelt gesogen, aus der sie gerettet werden muss. Der Clou: Giana hat inzwischen die Fähigkeit erlangt, ihre Träume zu kontrollieren und kann zwischen Albträumen und schönen Träumen hin- und herwechseln.

Pädagogische Beurteilung:
Verdrehte Träume mit verschiedenen Sinnen
Wie es der Name des Spiels schon verrät, geht es um Twisted Dreams, also verdrehte Träume. Was das bedeutet, wird mit verschiedenen Sinnen verdeutlicht. Giana, die Hauptfigur des Spiels, befindet sich in einer Traumwelt, um ihre darin gefangene Schwester Maria zu retten. Während sie sich im damaligen Spieleklassiker nur in einer Albtraumwelt bewegen konnte, kann sie sich in diesem Teil gezielt und mit nur einem Tastendruck zwischen Albtraumwelt und schönem Traum hin- und her bewegen. Das muss sie auch tun, denn obwohl die Parallelwelten vom Aufbau her gleich sind, erscheinen erst im Wechsel weitere Juwelen oder versteckte Wege. In welcher Welt Giana sich gerade befindet, wird sehr kunstvoll in der graphischen Umsetzung dargestellt. Die Umgebung der schönen Traumwelt ist idyllisch, farbenfroh, fröhlich, die Pflanzen blühen, alles wirkt lebendig und die Gegner sehen aus wie putzige Tiere. Die Umgebung der Albtraumwelt wirkt dagegen tot, aus den putzigen Tieren werden gruselige Monster, alles ist düster, bedrohlich und die Pflanzen sind verdorrt. Auch Giana selbst ändert ihr Äußeres. Als süßes, blondes Mädchen muss sie die Albtraumwelt durchqueren, während sich ihre rothaarige Punk-Version in der schönen Welt aufhält. Obwohl die Welten künstlerisch und detailreich dargestellt sind, kommt ein kleiner Kritikpunkt auf, denn für ungeübte Spieler_innen wirkt alles etwas unübersichtlich. Ähnlich verhält es sich mit der Musik. Auch hier ist die Grundmelodie in beiden Welten gleich, jedoch werden die Instrumente beim Weltenwechsel verändert. Die elektrischen Gitarren-Klänge der farbenfrohen Welt werden in einem fließenden Übergang zu Pianoklängen der bedrohlichen Welt. Nichtsdestotrotz empfanden sie die Spieletester_Innen wenig abwechslungsreich.

Rasantes Jump&Run für Fortgeschrittene
Jump&Runs sind vom Grundprinzip gleich aufgebaut: die Spielenden starten irgendwo auf der Plattform, müssen Münzen und Gegenstände einsammeln, Gegnern ausweichen oder sie besiegen, das Ende eines Levels erreichen und sich von Level zu Level kämpfen. Ab und zu erscheinen Bosskämpfe und zum Schluss gilt es, den Endgegner zu schlagen. Diese Spielelemente finden sich auch in Giana Sisters - Twisted Dreams wieder. Das Besondere ist jedoch, dass ständig zwischen den Parallelwelten gewechselt werden muss. Die beiden Giana-Versionen verfügen nicht nur über ein unterschiedliches Aussehen, sondern haben auch je eine besondere Fähigkeit. Die blonde Giana wirbelt umher, um weite Strecken zu überwinden, während sich die rothaarige Giana so schnell bewegen kann, dass sie Flammen erzeugt und an Wänden abprallt, um so neue Wege zu erschließen. Beim Hin- und Herwechseln muss auch das Timing stimmen, damit die beiden Giana-Versionen ihre Fähigkeiten gezielt einsetzen können. Dies fanden die Spieletester_Innen gar nicht so einfach, waren sich jedoch einig, dass ihnen das Spiel Spaß gemacht hat.

Abwechslungsreiche Spielmodi?
Die Ernüchterung kam bei den Spieletester_Innen auf, nachdem sie sahen, dass es keinen Mehrspieler-Modus gibt. Nichtsdestotrotz bekommen Solospieler_Innen einiges geboten. Zunächst können sie im Tutorial die Steuerung erlernen und danach in einem Spielmodi ihrer Wahl ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Im normalen Modus gibt es innerhalb der einzelnen Level vermehrt Speicherpunkte, um so das Frustrationslevel niedrig zu halten. Um weitere Spielmodi freizuschalten, müssen sich die Spielenden aber im schweren Modus bewähren. Freischalten lassen sich Score Attack, ein Modus, in dem möglichst viele Punkte eingesammelt werden müssen, und der Modus Time Attack, in dem es ausschließlich darum geht, das Level so schnell wie möglich zu beenden. Für Profispieler_Innen gibt es zudem den Hardcore-Modus, in dem die Level keinen einzigen Checkpoint beinhalten und schließlich den Über-Hardcore-Modus, in dem es im gesamten Spiel nur ein einziges Leben gibt. Da die Spieletester_Innen bereits den normalen Modus im Vergleich zu anderen Jump&Runs herausfordernd und schwer fanden, empfehlen sie diese Level wirklich auch nur erfahrenen Spielerinnen und Spielern.

Für ganz junge Zielgruppen noch nicht geeignet
Obwohl die Gegner besiegt werden müssen und die Spielfigur sterben/Game Over gehen kann, werden keine Verletzungen dargestellt. Zwar ist die Darstellungsform harmlos, jedoch könnte die düstere Gestaltung der Albtraumwelt auf einige Kinder gruselig wirken. Was jedoch viel mehr zum Tragen kommt, ist das hohe Spielniveau. Die Tester_innen gehen aufgrund eigener Erfahrungen davon aus, dass sehr junge Kinder die Komplexität der Steuerung sowie das Wechseln zwischen den Parallelwelten noch nicht richtig erfassen können.

Fazit:
Obwohl die 2D-Spielmechanik bestehen geblieben ist, hat sich die grafische Umsetzung enorm weiterentwickelt. Die Welten sind sehr detailreich gestaltet und können auch mit aktuellen Spielen mithalten (Stand: 2017). Die Idee, Giana zwischen parallelen Traumwelten hin- und her zu bewegen, zeugt von Innovation. Die verschiedenen Spielmodi versprechen Spielspaß und höhere Schwierigkeitsgrade, damit das Spielerlebnis auch für Profis nicht langweilig wird. Nichtsdestotrotz ist das Spiel nicht für Anfänger geeignet. Die Steuerung ist sehr komplex und verlangt ein hohes Maß an Konzentration für das richtige Timing. Kampfbetonte Elemente, wie das Besiegen von Gegnern und Endbossen, sehen die Tester_innen als unproblematisch an, da die Gegner sich nicht sichtbar verletzen oder sterben. Die düstere Darstellung der Albtraumwelt könnte jedoch für junge Kinder zu gruselig wirken. Aus diesen Gründen empfehlen sie das Spiel ab 8 Jahren weiter. Das Spiel wird von den Spieletester_Innen im Alter von 12 bis 19 Jahren im Gesamtbild gut bewertet. Sie empfehlen das Spiel für Jump&Run-Fans weiter, die auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind.

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Spieletester
LUNA Sennestadt
Bielefeld
Bewertung Spielspass

„Die Grafik ist ganz schön, aber die Logik ist nicht gut.“ (Inna, 13, Luna Sennestadt)

„Die Spielwelt ist detailliert und schön, aber dadurch sieht man oft die Hindernisse nicht." (Nico, 19, Hot Schildesche)

„Irgendwie ist das die ganze Zeit gleich.“ (Ahlam, 12, Luna Sennestadt)

„Man muss sich richtig konzentrieren.“ (Annette, 13, Luna Sennestadt)

„Das (Hin- und Herwechseln) ist echt schwer.“ (Tasnim, 13, Luna Sennestadt)

„Das (Hin- und Herwechseln) ist zu schwer für mich.“ (Maria, 12, Hot Schildesche)

„Das Spiel bockt und hat viel Action.“ (Spieletester_Innen Luna Sennestadt und Hot Schildesche).

„Das ist richtig schwer und man braucht richtig viel Konzentration.“ (Annette, 13, Luna Sennestadt)

„Wenn ich das schon nicht hinkriege, wie sollen Kinder das schaffen?“ (Inna, 13, Luna Sennestadt)