Freestyle Football

Genre
Sport
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Joycity
Erscheinungsjahr
2017.02
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Für Fußballfans, die keinen Drang nach Lizenzen haben
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Gelegenheitsspieler, Fußballfans
Sprache
Englisch
Grafik
3D-Comiclook
Sound
Straßenfußball-Kulisse mit Comic-Soundeffekten

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Selbsterstellte Spielfigur
Mehrspielermodus
Online
Spielforderungen
Hand-Augen-Koordination, Strategisches Denken
Zusatzkosten
Mikrotransaktionen für Kostüme
Problematische Aspekte
teilweise rauer Umgangston im Chat
Redaktion
Kok Hung Cheong
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Neben den Großen, wie der FIFA- und der PES-Reihe, wagen sich auch immer wieder kleinere Firmen an den Menschenmagneten Fußball heran. Freestyle Football hat keine echten Spieler_innen und ähnelt daher eher dem Straßenfußball. Gespielt wird in einem rechteckigen Feld mit zwei Toren und jeweils vier Feldspieler_innen und einen Torwart. Jeder Spielende übernimmt online eine Rolle auf dem Feld, einzig der Torwart ist nicht spielbar. Eine Halbzeit dauert 3 Minuten.

Pädagogische Beurteilung:
Einfache Taktik
Die verminderte Spielerzahl vereinfacht die Aufstellungskombinationen. Während im normalen Fußball Aufstellungen wie 4-4-2 oder 4-2-3-1 zum Standard gehören, gibt es in Freestyle Football nur eine mögliche Aufstellung. Jeder Spielende sucht sich bei der Erstellung eine Spielrolle aus und kann im späteren Spielverlauf die strategische Rolle nochmals spezifizieren. Die Regeln entsprechen zwar denen des realen Sports, allerdings in vereinfachter Form. Dennoch benötigt es Verständnis für das Umschaltverhalten oder Laufwege, um ein gutes Spiel abzuliefern. Weniger bedeutend ist das Foulspiel, da die Spielfiguren bei falschem Timing einfach über die Grätsche springen oder nicht vom Ball zu lösen sind. Wegen der taktischen Entscheidungen und einer gewissen Vorausplanungsfähigkeit, sollten die Spieler_innen älter als acht Jahre sein.

Einfache Steuerung
Die Steuerung stellt niemanden auf eine harte Probe und ähnelt an Kontroller und Tastatur den berühmten Konkurrenten. Jeder Knopf hat im Angriff oder in der Verteidigung eine klar definierte Aktion. Tastenkombinationen sind zwar möglich, bieten aber keine nennenswerten Verbesserungen im Spiel. Spielerisch ist die Steuerung auf einem niedrigen Niveau und sollte von Kindern ab acht Jahren schnell erlernt und gemeistert werden können.

Selbstdarstellung
Männliche und weibliche Spieler_innen spielen im selben Team und das Geschlecht hat im Grunde keine Auswirkung auf die Werte, wie zum Beispiel Laufgeschwindigkeit oder Sprunghöhe. Das Spiel berechnet alles geschlechtsunabhängig, denn je größer eine Spielfigur ist, desto langsamer ist sie. Im selben Fall ist sie gerade wegen ihrer Körpergröße bei Kopfbällen viel besser. Jede Entscheidung beim Erstellen der Spielfigur ist mit Vor- und Nachteilen verbunden. Problematisch kann dies nur bei der Darstellung der weiblichen Spielfiguren sein. Diese haben zwar auch die drei Körperbaueinstellungen, unterscheiden sich aber bei weitem nicht so stark wie die männlichen Spielfiguren. Die Spielfiguren sammeln ähnlich wie bei einem Rollenspiel Erfahrungspunkte und steigen Level auf.

Negative Spielcommunity
Eine der positiven Möglichkeiten im Spiel ist die Verwendung von kurzen Befehlen, um mit den anderen Spielern zu kommunizieren. Leider wird diese Funktion durchgehend missbraucht und verleitet viele Spieler_innen dazu, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Nur in wenigen Fällen ist die Gemeinschaft freundlich gesinnt. Eine gute Möglichkeit sich dem Ganzen zu entziehen, ist die Kommunikation auszuschalten. Insgesamt sind die Beschimpfungen aber auf dem Niveau wie bei einem Fußballspiel im realen Leben. Englischkenntnisse sind in diesem Spiel aber ein Muss, um die Mitspieler_innen oder die Erklärungen auf dem Bildschirm zu verstehen. Die spezielle englische Fußballsprache erhöht die Einstiegshürde, sollte aber für Zehnjährige schon verständlich sein.

Geld gewinnt nicht alles
Selbst Free-to-Play-Spiele wollen Geld verdienen und sind nicht aus Kulanz kostenlos. Bei manchen ist es möglich, die Fähigkeiten der Spielfiguren mit Geld zu verbessern. Bei anderen versuchen sie ihre Kassen durch Kostüme oder andere kosmetische Gegenstände aufzubessern. Trotzdem arbeiten alle mit einer Parallelwährung, die erstmal mit Echtgeld gekauft werden muss. Freestyle Football kombiniert die beiden letztgenannten Punkte. Kostüme kosten bis zu fünf Euro und von den Entwicklern designte Spielfiguren kosten bis zu 40 Euro. 

Fazit:
Freestyle Football ist ein einfaches Spiel ohne viele Verschnörkelungen oder Gewalt und legt dafür mehr Wert auf das Teamwork untereinander. Für Kinder unter 10 Jahren könnte das Spiel überfordernd sein, da das Verständnis für das spezielle Fußballenglisch noch nicht vorhanden ist.