Planetside 2

Genre
Shooter
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Sony Online Entertainment
Erscheinungsjahr
2013.08
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Innovative Mischung aus Ego-Shooter und Online-Rollenspiel
Redaktion
Jan Scheurer
Spieleratgeber NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Planetside 2 funktioniert im Prinzip ähnlich wie der Genrekollege Battlefield 3. Auf riesigen Karten werden Gefechte um Stützpunkte ausgefochten, die erst erobert und dann gehalten werden müssen. Dabei unterscheidet sich Planetside 2 aber in mehreren Punkten von seinen Genrekollegen. Wo in Battlefield 3 die Austragungspunkte der Schlacht noch durch feste Kartengrenzen gesetzt sind, kann hier, ähnlich wie in Online-Rollenspielen, die gesamte Spielwelt durchstreift werden. So stehen meist mehrere Kampfschauplätze zur Verfügung, aber auch das komplette Hinterland. Gebiete abseits der Schlacht bieten allerdings keinen spielerischen Mehrwehrt und fokussieren das Spielgeschehen auf die umkämpften Regionen. Trotzdem spielt sich Planetside 2 nicht wie ein komplexes Online-Rollenspiel, sondern wie ein reinrassiger Ego-Shooter.
Zu Beginn wählt man eine von drei Fraktionen. Jede ist mit verschiedenen Vorteilen ausgestattet, die sie von den anderen unterscheidet. Auf der gesamten bespielbaren Welt tobt ein andauernder Krieg, in dem unsere Fraktion die Oberhand gewinnen muss. Um dies zu bewerkstelligen müssen wir verschiedene Stützpunkte, wie beispielsweise Bio-Labore, einnehmen. So verschiebt sich die Gefechtslinie in Echtzeit, je nach dem wo gerade Kämpfe um strategische Punkte ausgetragen werden. Vor dem Spieleinstieg wählt man eine von sechs Klassen, die mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Waffen ins Spiel startet. Mit der Zeit kann man seinen Charakter verbessern, schaltet neue Waffen und Fähigkeiten frei.
Jeder Teilnehmer wird von einem echten Menschen gespielt, was die Interaktion und das Spielen im Team besonders aufregend gestaltet. Eine futuristische Hintergrundgeschichte existiert zwar, wird von Planetside 2 aber kaum vermittelt und ist für den Spielverlauf nicht wichtig. Das Spiel ist grundlegend kostenlos, kann also umsonst heruntergeladen und gespielt werden. Es werden allerdings Zusatzzahlungen angeboten.

Pädagogische Beurteilung:
Aller Anfang ist schwer
Der Einstieg ins Spiel ist verhältnismäßig komplex. In Ermangelung einer richtigen Einführung fiel es den jugendlichen Testern besonders zu Anfang extrem schwer auf den riesigen, Schlachtfeldern Fuß zu fassen. Da half nur mühsam nach Anleitungen auf Youtube und in den offiziellen Foren zu suchen oder auf die Hilfe von erfahrenen Spielern zu setzen. Auf das Teamplay, also das taktische gemeinsame Spielen, wird in Planetside 2 besonders Wert gelegt. Man erhält nicht nur für so gut wie jede, im Team ausgeführte, Aktion zusätzliche Erfahrungspunkte, ein gut aufeinander abgestimmtes Squad kann auch viel effizienter in den Schlachtverlauf eingreifen. So hat selbst der unerfahrene Squad der Testgruppe schon in mehreren Situationen das Ruder rumgerissen und das Gefecht für die eigene Seite entschieden, in dem in letzter Sekunde Stützpunkte für die eigene Fraktion eingenommen wurden.

Die Präsentation
Die detaillierte Grafik sticht besonders hervor. Selten sahen futuristische Schlachtgebiete so beeindruckend aus. Dies ist beachtenswert für ein Free-to-Play-Spiel, denen häufig das Budget großer Produktionen fehlt. Explizite Gewaltdarstellungen findet man dafür kaum. Die Spieler schießen mit unterschiedlichen futuristischen Waffen aufeinander und die verschiedenen Spielziele kann man zwar in der Regel nur durch das Besiegen von menschlichen Gegnern erreichen, dafür wurde auf Blut oder andere explizite Gewaltdarstellungen verzichtet. Auch der Einsatz von kampfstarken Gefährten wie Flugpanzern ist möglich, jedoch unterscheidet sich deren Waffenwirkung und Wirkungsdarstellung nicht von den Waffen menschlicher Spielfiguren. Ausgeschaltete Spielfiguren bleiben eine Zeitlang am Boden liegen, nehmen aber durch Beschuss keinen weiteren Schaden. Auch in den hektischen Kampfsituationen bleibt das futuristische Setting stets präsent.

Wirklich kostenlos? Wirklich fair?
Planetside 2 ist ein Free-To-Play-Spiel. Das bedeutet, dass das Herunterladen und Spielen mit keinen Kosten verbunden ist. Das Geld, das in die Entwicklung und ständige Weiterentwicklung des Spiels fließt, soll aber durch so genannte „Micro Transactions" wieder eingeholt werden. So können Spieler virtuelle Ausrüstung für den eigenen Charakter gegen Cent-Beträge kaufen, um sich einen Vorteil gegenüber nicht zahlender Spieler zu verschaffen. In vielen Spielen mit demselben Geschäftsmodell, sind zahlende Spieler oft unverhältnismäßig stärker als ihre nicht zahlenden Mitspieler. Das ist bei Planetside 2 nicht der Fall. Spieler die Geld für bessere Ausrüstung ausgeben haben zwar gewisse Vorteile, sind aber nicht automatisch auf der Gewinnerseite. Der größte Teil der Ausrüstung kann auch im regulären Spielverlauf, ohne Geld zu investieren, freigeschaltet werden. Da immer mehr Spiele ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgen, ist es dringend notwendig, frühzeitig mit den Jugendlichen über Onlinekäufe zu sprechen und sie dafür sensibel zu machen, die ausgegebene Summer immer im Blick zu behalten und den Reiz zu hinterfragen, den solche Käufe ohne Frage aufweisen.

Fazit:
Planetside 2 bietet eine Menge frische Ideen, die die jugendlichen Tester begeistern konnten. Durch riesige Schlachtfelder und Elementen des Online-Rollenspiels hebt sich das Spiel von Genrekollegen deutlich ab. Das Grundgerüst bleibt aber das gleiche: Spielziele müssen durch das Besiegen von Gegnern erreicht werden. Trotz seiner im Vergleich zurückhaltenden Gewaltdarstellung ist Planetside 2 nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet.