Aus der Jugendredaktion: „Meine gamescom-Highlights“

Auf der Gamescom gibt es nicht nur schwitzige Besuchermassen und Werbeflyer im Übermaß, sondern nebenbei auch noch Spiele. Ein paar davon sind bei Jugendredakteur Marco Siegmund im Gedächtnis geblieben und haben es verdient kurz erwähnt zu werden

Von Marco Siegmund

Gran Turismo 6

Autos? Autos! Autos! Um mehr ging es eigentlich dieses Jahr bei der Vorstellung von Sonys Rennsimulationsklassiker nicht. So wurde eine Kollaboration mit verschiedenen Autoherstellern angekündigt, die zu Gran Turismos 15. Geburtstag exklusive Automodelle bereitstellen. Diese werden ab Release des Spiels Ende diesen Jahres schrittweise als herunterladbare Inhalte veröffentlicht. Für Autoliebhaber und Freunde experimenteller Boliden bestimmt ein Erlebnis, für mich eher uninteressant, ansonsten gab es wenig Neues an Spielmaterial zu sehen. Sicher ist: es wird wieder eine recht realistische Fahrsimulation, die laut Entwicklern deutlich zugänglicher sein soll als der letzte Teil, vor allem im Onlinebereich.

Erscheinungsdatum: 6 Dezember 2013

InFAMOUS: Second Son

Auch der neue Teil der „InFAMOUS“-Reihe glänzt nicht mit übermäßig viel Neuigkeiten, machte aber einen guten Eindruck. Der Open World Third Person Shooter mit Jump 'n Run Elementen sieht spielerisch ähnlich aus wie seine Vorgänger. Verschiedene auflevelbare Fähigkeiten treffen eine dystopische Welt, die rigoros gegen Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten vorgeht. Im Gegensatz zu den Vorgängern wird der dritte Teil vom neuen DualShock 4 Controller Nutzen ziehen. Das integrierte Touchpad soll direktere Interaktion mit der Welt erlauben, ist aber nicht spielverändernd oder gar notwendig. Die Einbindung ist und bleibt ein Gimmick, die Revolution auf spieltechnischer Ebene verheißt sie aber auf keinen Fall. In grafischer Hinsicht macht sich die nächste Generation durchaus bemerkbar. Die Welt ist zu Teilen detaillierter und vor allem schärfer. Überragend sieht das ganze dabei aber nicht aus, dafür bin ich schon zu lange grafisch bessere PC Versionen gewöhnt.

Erscheinungsdatum: Februar 2014

Tearaway

Als ich letztes Jahr zum ersten Mal „Tearaway“ gesehen habe war ich begeistert. Media Molecule schien das Potenzial der PS Vita Features, wie die Kameras und die beiden Touchscreens, als einer der wenigen Entwickler voll ausschöpfen zu wollen und mein diesjähriges anspielen hat mich nicht enttäuscht. Der Puzzle-Jump 'n Run-Adventure-Mix mit seinem einzigartigen Papercraft Look sieht nicht nur fantastisch aus, sondern spielt sich auch angenehm. Der Spieler muss dabei eine wichtige Nachricht übermitteln und zwar an niemand anderen als sich selbst. So spielt der Spieler nicht nur den Hauptcharakter sondern ist auch der Mittelpunkt des Spiels. Durch die integrierte Kamera sieht der Spieler sich selbst immer wieder im Mittelpunkt der Spielwelt: der Sonne und hilft somit sich selbst durch diverse Einsatzmöglichkeiten des hinteren Touchpads durch das der Spieler den Eindruck kriegt, dass er seine Finger durch die fragile Papierwelt drückt um dem Hauptcharakter zu helfen. Das alles macht einen extrem guten und flüssigen Eindruck und scheint für mich schon jetzt ein Kaufgrund für eine PS Vita zu sein.

Erscheinungsdatum: 22. Nov. 2013

Killer is Dead

Die neueste Kreation des japanischen Game Designers Suda51, Macher von so außergewöhnlichen Spielen wie „Killer7“, „No More Heroes“ und „Lollipop Chainsaw“, veröffentlicht schon Ende diesen Monats seinen neuesten Titel „Killer Is Dead“, welcher auch auf der gamescom anzuspielen war. „Killer Is Dead“ macht einen extrem blutigen, überzeichneten, trashigen aber auch brillanten und selbstreflektierten Eindruck.

Der Spieler übernimmt die Rolle vom Auftragskiller Mondo Zappa im Kampf gegen das Böse aus der Unterwelt. Dazu kommt noch eine Mischung aus surrealem  Artstyle, ein bisschen Transhumanismus in Form von Cyborgs und kybernetischen Armfortsätzen, trashige Dialoge und sehr flüssiger, gut spielbarer Schwertkämpfe mit Wrestlingelementen. Wer überzeichnete Gewaltorgien nicht scheut und auf ein Spielerlebnis steht was er so schnell nicht noch einmal zu sehen kriegt, ist hier richtig beraten.

Erscheinungsdatum: 30. Aug. 2013