Last Day of June

Genre
Adventure
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
505 Games
Erscheinungsjahr
2017.08
Systeme
PC, Playstation 4
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Playstation Network, Steam
Kurzbewertung
Interaktive Geschichte über Trauer, Verlust und Akzeptanz
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Spieler_innen, die sich für ruhige und emotionale Geschichten begeistern können
Sprache
komplett ohne Sprache
Grafik
wunderschöne Aquarell-Optik
Sound
Mischung aus ruhigen emotionalen Liedern und Stücke mit Rock-Einschlägen

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Protagonist Carl und diverse Dorfbewohner
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Zusammenhänge erkennen
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
ernste Themen wie Trauer und Verlust
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Wer wünscht sich nicht, die Zeit zurückdrehen zu können, wenn ein schlimmes Ereignis geschehen ist. Könnte ein tragisches Schicksal abgewendet werden, wären Situationen zu eben diesem Zeitpunkt anders verlaufen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Indie-Adventure Last Day of June. Zu Beginn schlüpfen die Spieler_innen in die Rolle von Carl, der mit seiner FrauJune einen Tag am See verbringt. Doch ein Schicksalsschlag in Form eines Autounfalls, bei dem June ums Leben kommt, verändert sein Leben. In der Rolle von Carl können die Spielenden daraufhin in die Personen des kleinen Dorfes schlüpfen, um die Ereignisse zu verhindern, die zu diesem schrecklichen Unfall führten. Die Stimmung ist hierbei stets melancholisch und Themen wie Verlust, Trauer und Akzeptanz werden angesprochen.

Pädagogische Beurteilung:
Spannende Spielmechanik
Nach dem Unfall sitzt Carl im Rollstuhl und die Spieler_innen können ihn durch sein Haus und die Umgebung lenken. Durch Gemälde der einzelnen Dorfbewohner_innen kann Carl in die jeweilige Rolle schlüpfen, um das Handeln an diesem Tag, den letzten Tag im Juni, zu verändern. Zuerst gilt es, den kleinen Jungen davon abzuhalten, dass sein Ball auf die Straße rollt, indem man für ihn eine andere Beschäftigung zu dem entscheidenden Zeitpunkt sucht. Doch allein dieser Faktor reicht nicht aus, denn nun ist es eine andere Situation, die zu dem Zeitpunkt den Unfall verursacht. Immer wieder müssen die Personen in dem kleinen Dorf Handlungen ändern und immer wieder ist es ein anderes Ereignis, welches den Unfall bedingt. Carls Verzweiflung wird hierbei stark thematisiert und auch die Spielenden verspüren die Frustration und Hilflosigkeit. Sollte man ein Happy End verzweifelt herbeibeschwören oder das Schicksal akzeptieren?

Unterschiedliche Rollen, unterschiedliche Mechaniken
Nach dem kleinen Jungen schlüpft man in weitere Rollen, wie beispielsweise den Hund, den Jäger oder die beste Freundin. Jede Spielfigur im Dorf verfügt hierbei über eine spezielle Fähigkeit, wodurch sich die Spielenden das Dorf immer weiter erschließen können. So kann der Junge mit dem Ball werfen oder die beste Freundin kann Laub harken, um weitere Wege freizumachen. Immer wieder muss zwischen den Figuren gewechselt werden, um die Wechselwirkungen der Handlungen zu erkennen und die neuen Wege mit anderen Charakteren zu erkunden. Hierbei wird die Geschichte komplett ohne Sprache oder Schrift erzählt und jeder der Charaktere hat selbst ein privates kleines Schicksal, welches er oder sie bewältigen oder eben akzeptieren will. 

Künstlerische Gestaltung
Die grafische Gestaltung ist sehr künstlerisch inszeniert. Die Szenen sehen aus wie aus einem Aquarellbild, während die Darstellung der Figuren ohne Augen an Tim Burton Filme erinnert. Zudem wechselt auch die Farbgestaltung. Die Szenen am letzten Junitag sind alle bunt und in warme Farben gehüllt, während die Gegenwart mit dunkleren und kalten Farben gestaltet ist. Die Szenarien in der Gegenwart dienen zudem nicht nur, um in die Gemälde der Dorfbewohner zu tauchen, mit jedem neuen Weg kann auch Carl die entsprechenden Orte des Dorfes erkunden und sich Erinnerungen mit June ansehen. Begleitet wird das Spiel von einem melancholischen Soundtrack, der zwischen ruhigen und emotionalen Instrumentalstücken und progressiven Rockklängen wechselt.

Fazit:
Das Indie-Adventure spielt sich wie eine kleiner interaktiver Film. Die Geschichte um Liebe und Verlust ist gefühlvoll und berührend inszeniert und vermittelt die Gefühle, die man nach einem schweren Schicksalsschlag durchlebt. Der Hintergrund ist sehr traurig und emotional und richtet sich an Spielende, die sich für dramatische Geschichten und interessante Spielmechaniken begeistern können. Für sehr junge Kinder ohne die nötige Medienerfahrung könnte es allerdings frustrierend und deprimierend sein, wenn das gewünschte Happy End immer wieder vom Schicksal zunichte gemacht wird. Aufgrund der schweren Thematik ist Last Day of June zwar ein emotionales Erlebnis, jedoch wahrlich kein fröhliches Spiel für zwischendurch. 

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass