Jugendschutzeinstellungen bei Spielkonsolen

Jugendschutzeinstellungen können für Eltern ein Mittel zur Regulierung von Spielzeiten oder dem Einhalten von Altersfreigaben sein. Im Folgenden werden für die aktuellen Spielkonsolen die Einstellungen erläutert und vorgestellt.

Von Alexander Hundenborn

Wenn Kinder und Jugendliche an der Konsole in ein Spiel vertieft sind, ist es schwierig einen festen Rahmen zu setzen, wann sie das Spiel beenden sollen. Häufig retten sich die Kinder und Jugendliche in Ausreden und Kompromisse, wie beispielsweise „Nur noch das eine Level", „Noch 5 Minuten" oder „Noch die eine Mission". Wenn Eltern in dieser Situation dann die Konsole ausschalten oder ein striktes Abbrechen verlangen, reagieren die Sprösslinge häufig mit Wut und Trotz. Ein geeigneterer Weg diese Wut- und Trotzreaktionen zu vermeiden ist es, dass im Vorhinein geregelte Spielzeiten mit passendem Ausgleich durch Freizeitangebote mit den Kindern und Jugendlichen geplant werden.

Da Eltern aber nicht immer über ausreichend Zeit, aufgrund von Arbeitszeiten oder anderweitiger Verantwortungen verfügen, ist es nicht immer möglich die Abmachungen zu kontrollieren. Viele Konsolen unterstützen Eltern in diesen Problemlagen mit sogenannten „Parental Control"-Systemen.

Diese „Kindersicherungen" schränken ein, welche Spiele gespielt werden und welche Filme angesehen werden können. Für die Ausschaltung dieser Kindersicherungen werden Passwörter benötigt, die von den Eltern vorher angelegt werden.

Xbox 360

Bei Microsofts Konsole, der Xbox 360, finden sich die Einstellungen in einem Untermenü der Konsolen-einstellungen (siehe Bilder auf Seite 2). Dort heißt die Kategorie Konsolensicherheit. Im ersten Menü der Konsolensicherheit kann man die Einstellungen ein- oder ausschalten. Zudem findet sich dort eine Übersicht über die Einstellungen, die dort getroffen werden können inklusive Kurzbeschreibungen, welche Inhalte dort mit Regelungen versehen werden können. Microsoft versieht die Xbox nicht nur mit Einstellungen, um den Zugang zu Spielen zu regeln, sondern es können zu dem die Altersfreigaben für Filme anhand der FSK-Kennzeichnungen eingestellt werden. Außerdem kann der Zugriff auf die „Xbox Live"-Inhalte reglementiert werden. Dies bietet die Sicherheit, dass Spiele, die ausschließlich als Download angeboten werden und somit keine USK-Kennzeichnung haben, nicht heruntergeladen und installiert werden können.


Als Alleinstellungsmerkmal bietet die Xbox eine Timer-Funktion. Diese Funktion kann ein tägliches oder wöchentliches Kontingent an Nutzungszeit einstellen. Diese Funktion kann zwar Debatten um eine Verlängerung der Spielzeit mit den Kindern und Jugendlichen erleichtern, wird aber mit der Zeit auf Ablehnung und Frust stoßen, da Spielstände nicht gespeichert werden und die Konsole nach Ablauf der Timerzeit heruntergefahren wird. Weiterhin ist eine nützliche Funktion das Einstellen von Ausnahmeregelungen für bestimmte Inhalte. So können getroffene Abmachungen und Verträge mit den Jugendlichen unter Vorbehalt gelockert werden.


Eine weitere Erleichterung für Eltern ist die Freigabe von Inhalten anhand der USK- und FSK-Kennzeichen. Da diese Kennzeichnungen vielen Eltern schon bekannt sind, können die Einstellungen an der Konsole anhand von bekannten Kriterien erfolgen.

Gegen Ende des Einrichtungsprozesses der Sicherheitseinstellungen wird verlangt, dass ein vierstelliger Zahlencode eingegeben wird, der die Einstellungen sichert und somit eine Änderung durch die Sprösslinge geschützt ist.

Alle Sicherheitseinstellungen gelten für die gesamte Konsole und für alle dort angemeldeten Nutzer – egal welchem Alter. Im Vergleich dazu bietet die Playstation 3 dahingehend eine bessere Benutzerfreundlichkeit, da dort die Einstellungen für die verschiedenen Benutzerkonten angepasst werden können.

Nintendo Wii

Auch auf Nintendos Wii Konsole können Sicherheitseinstellungen für Kinder und Jugendliche eingerichtet werden. Bei der Wii werden diese Einstellungen Altersbeschränkungen genannt (siehe Bilder auf Seite 2). Zu finden sind die Altersbeschränkungen auf der zweiten Seite. Die Bedienung der Menüs mit der Wii-Fernbedienung ist etwas umständlich, aber mit etwas Gewöhnung und der Motivation, dass nach dem Einrichten der Sicherheitseinstellungen die eigenen Kinder nun etwas sicherer spielen können, sind die Hindernisse leicht zu überwinden. Der erste Schritt während dem Einrichten der Altersbeschränkungen ist das Einrichten eines vierstelligen Zahlencodes, bei der Wii als „Geheimzahl" deklariert. Danach werden schrittweise die Zugriffsbeschränkungen durchgeführt. So bietet die Wii Beschränkungen für die verschiedenen Online-Funktionen. Es können Wii-Point Käufe verboten werden, jedoch in einzelnen Schritten Funktionen wie der Nachrichtenkanal oder der Internet-Kanal beschränkt werden.

Wie auch bei der Xbox 360 werden die Altersbeschränkungen anhand der USK-Kennzeichen eingestellt. Unabhängig von der Geheimzahl werden diese Einstellungen mit einer Sicherheitsfrage gesichert, so dass eine doppelte Absicherung der Altersbeschränkungen gegen ein ungewolltes Verändern durch die Kinder und Jugendlichen entsteht. Wird nun ein Spiel welches nicht in den Altersbeschränkungen erlaubt ist eingelegt, so muss die Geheimzahl eingegeben werden, damit das Spiel gestartet werden darf.

Nintendo WiiU

Nintendos aktuelle Konsole WiiU bietet ebenfalls Möglichkeiten Sicherungsmechanismen für Kinder und Jugendliche einzurichten. Die WiiU bietet die Besonderheit, dass alle Einstellungen auf dem Gamepad-Tablet vorgenommen werden (siehe Bilder aus Seite 2). Zu jeder Einstellung, die auf dem Tablet vorgenommen werden kann, werden Erklärungen auf dem Fernsehbildschirm angezeigt.

Zu Beginn der Einstellungen auf der WiiU wird, wie bei der Vorgängerkonsole Wii, der obligatorische vierstellige Zahlencode eingerichtet. Im Vergleich zu allen anderen Konsolen wird bei der WiiU noch das registrieren einer Email-Adresse angeboten, um die Einstellungen abzusichern, falls die Geheimzahl verloren geht oder die Jugendlichen die Geheimzahl herausgefunden haben sollten.

Die WiiU bietet die Einstellungen zur Beschränkung von Videos, Internetfunktionen und Nintendos eigenem Netzwerk, „Miiverse" genannt, an. Freundesanfragen können blockiert werden. Die verschiedenen Einstellungen sind ähnlich dem System der Wii und werden anhand der USK- Kennzeichen eingerichtet.

Weiterführende Links:

Artikel - Die technischen Möglichkeiten des Jugendschutzes bei der PlayStation 3

Artikel - Die fünf USK-Kennzeichen und was sie bedeuten

Artikel - So entsteht die Alterskennzeichnung der USK

mekonet Nachrichten - Eltern sollen bei neuen Konsolen auf Datenschutz achten

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