Jugend hackt in Köln 2017

In diesem Jahr wurde Jugend hackt West erstmals zu Jugend hackt in Köln. Ein Wochenende lang tüftelten, programmierten und bauten Jugendliche mit Hilfe von technisch versierten Mentoren und Mentorinnen aus dem IT Bereich an eigenen Projekten in verschiedenen Themengebieten.

von Karolina Albrich

Jugend hackt ist ein Programm der Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade zur Förderung des Programmier-Nachwuchses im deutschsprachigen Raum. Bei Jugend hackt in Köln übernahm die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW die Organisation und Durchführung als regionaler Partner vor Ort. Kooperationspartner war Grimme Medienbildung. Als Förderer und Sponsoren wirkten codecentric, die Stadt Köln und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein- Westfalen.

Jugend hackt in Köln fand vom 8.09.2017 bis 10.09.2017 in der deutschen Jugendherberge Riehl statt. Insgesamt waren 66 Jugendliche von 12 bis 18 Jahren, 22 Mentoren und Mentorinnen und ein 10-Köpfiges Organisationsteam mit medienpädagogischen Background involviert. In diesem Jahr war das Motto Echt oder Falsch. Denn es wird zunehmend schwieriger, Fakten, Darstellungen von Produkten oder Personen, oder das „authentische“ Auftreten von Youtuber_innen zu beurteilen. Oft ist das einzige Ziel solcher Inhalte, dass wir anschauen, lesen, kaufen, liken oder folgen.

In diesem Jahr wurde zudem erstmals das Konzept der (Open) Badges eingeführt. Eines der zentralen Ziele von Jugend hackt ist es, den Jugendlichen Lernerfolge in einer positiven Atmosphäre zu ermöglichen. Auch wenn ein Hackathon produktorientiert ist, ist es uns stets auch zentrales Anliegen, den Prozess dorthin möglichst umsichtig zu gestalten. Dazu zählt auch, kleine (Lern-)Erfolge sichtbar zu machen und erwartetes Verhalten zu verstärken. Dafür bieten die (Open) Badges eine sehr gute Grundlage. Folgende Badges konnten vergeben werden: Designer/in, Weltverbesser/in, Wissensvermittler/in, Open-Data-König/in, Open-Source-Held/in, Dokumentierer/in, Vernetzer/in, Konfliktschlichter/in, Helfende Hand, Super-Alpaka und der Badge für die Teilnahme an Jugend hackt in Köln 2017.

Um 17 Uhr begrüßte das Moderationsteam bestehend aus Denise Gühnemann vom Grimme-Institut und Felix Dietz von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW zusammen mit dem Orga-Team, sowie den Mentorinnen und Mentoren die Teilnehmenden. Kern der Kennenlernphase ist das Brainstorming, bei denen sich die Teilnehmenden entsprechend ihrer Interessen auf verschiedene Themenräume aufteilen. Hier werden nicht nur erste Projektideen für das Wochenende entwickelt, sondern auch verschiedene Methoden zum Kennenlernen eingesetzt. Die entstandenen Plakate wurden im Hauptraum ausgestellt.

Nach der Brainstorming-Phase hielt die Journalistin Sonja Peteranderl eine spannende Keynote zum Jahresthema Echt oder Falsch, gefolgt wurde der Vortrag von einer Diskussionsrunde zum Thema Hackerethik, welche durch Arzu Uyan des 42DP Labs, Sam May vom Chaos Computer Club Cologne und dem Mentor Daniel Mies der codecentric AG besetzt war.

Am Samstagmorgen wurden die Projektgruppen final festgelegt. Nach einer kurzen Begrüßung ging es direkt ans Werk. Insgesamt entstanden 11 Projekte, die hier eingesehen werden können  Abseits der Projektarbeit wurden am Samstag sogenannte Lightning-Talks gehalten. Diese ermöglichen den Mentorinnen und Mentoren eine Plattform, um kurze Inputs zu IT-Themen ihrer Wahl zu geben. Dies war ein freiwilliges Angebot. Gehalten wurden Inputs zu den Themen Einstieg in die Android Entwicklung, Mit Open Data Applikationen entwickeln, Bitcoin, Social Bots: wer sie sind, was sie von uns wollen, wie wir sie erkennen, Freie Software und warum das wichtig ist und Internet, Netzwerk und WLAN. Wie kommen meine Pakete ins Neuland? gegeben.

Am Sonntag fanden sich alle zur großen Abschlusspräsentation ein. Mit Mentor_innen, Teilnehmenden, Orga-Team und Gästen waren rund 200 Menschen anwesend, um die Prototypen des Wochenendes präsentiert zu bekommen.

Zusätzlich fand am Sonntag zum ersten Mal begleitend zu Jugend hackt ein Workshop von Hello World, der neuen Veranstaltungsreihe für Einsteiger_innen, statt. Dabei konnten interessierte junge Hackerinnen und Hacker zwischen 8 und 16 Jahren verschiedene Technologien kennenlernen und ausprobieren. Innerhalb von vier Stunden wurden verschiedene kleine Roboter gebaut, programmiert und gesteuert. Hello World bietet mit aufeinander aufbauenden Workshopkonzepten einen Einstieg in die Welt von Jugend hackt und bereitet, derzeit als Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen, Kinder und Jugendliche auf eine Teilnahme an Jugend hackt Events im gesamten deutschsprachigen Raum vor.

Zur Abschlusspräsentation geht es hier. Alle Fotos der Veranstaltung können hier eingesehen werden (CC-BY 4.0 Jugend hackt, Fotos: Jan Faßbender Photography). Das gesammte Team bedankt sich bei allen Involvierten für das tolle Wochenende und freut sich schon, euch und neue Gesichter im nächsten Jahr wiederzusehen!