Elterliche Verantwortung bei WhatsApp

Ein Familiengericht in Bad Hersfeld hat am 15.05.2017 eine Mutter dazu beauftragt, von allen Telefonkontakten ihres Kindes eine Zustimmungserklärung einzuholen. Andernfalls soll die App auf dem Handy ihres Kindes gelöscht werden.

Für viel Diskussionsstoff sorgte die Entscheidung des Landesgerichts in Bad Hersfeld. Dieses beauftrage eine Mutter von allen Kontakten ihres minderjährigen Kindes eine Zustimmungserklärung für die WhatsApp Nutzung einzuholen. Falls dies nicht geschieht soll die App auf dem Smartphone ihres Kindes gelöscht werden. Das Gericht begründet dieses Urteil mit folgenden Ansätzen: Wer WhatsApp nutzt, willigt automatisch ein, die Kontakte aus dem persönlichen Adressbuch an das Unternehmen weiterzuleiten. Wer dieses zulässt, ohne vorher eine Einverständniserklärung einzuholen, begeht eine unerlaubte Handlung und begibt sich in Gefahr, kostenpflichtig von den betroffenen Personen abgemahnt zu werden. Falls die Kinder zum Zeitpunkt der Nutzung unter 18 Jahren sind, treten die Eltern als Sorgeberichtige in die Pflicht. Es ist ihre Aufgabe, auf diese Gefahren hinzuweisen und gegebenenfalls erforderliche Schutzmaßnahmen zu treffen.

Durch den Kauf durch Facebook, werden die Daten von WhatsApp ebenfalls an den Mutterkonzern weitergereicht. Neben der Telefonnummer können allerdings auch Metadaten erfasst werden, das heißt mit wem der Nutzende häufig in Kontakt steht, oder in welchen Gruppen sich der Nutzende oft aufhält. Da WhatsApp alle Telefonnummern des Handys weitergibt, werden auch jene Nummern weitergegeben, welche gar kein WhatsApp besitzen. Weiterführend können durch die Benutzung eines Facebook- oder Instagram-Accounts weitere Rückschlüsse über das Nutzerverhalten gezogen werden, um personalisierte Werbung anbieten zu können.

Im August letzten Jahres hat WhatsApp mit der Aktualisierung der Nutzungsbedingungen auch das Mindestalter gesenkt. Das Mindestalter wird von 16 auf 13 Jahre gesenkt. Eltern, die Kinder unter 13 Jahre alt sind, müssen bei der Nutzung der App zustimmen. Allerdings wird vor dem Herunterladen der App nicht kontrolliert, ob der Nutzende über 13 Jahre alt ist. Der oder die Erziehungsberechtigte ist dazu befugt, Zugriffsrechte von WhatsApp zu beschränken. Allerdings muss auch darüber informiert werden, dass durch die Beschränkung der Zugriffsrechte, manche Funktionen der App nicht mehr verfügbar sind.

Wichtig ist, sich mit den Alternativen zu WhatsApp auseinanderzusetzen. Hier finden Eltern eine Auswahl an Alternativen, die genutzt werden können, um ihre Kinder eventuell besser zu schützen.