Medienkritisches Abenteuerspiel „Die Suche nach M.A.

Projekt Prometheus - Alternate Reality Games

Projekt Prometheus ist eine Veranstaltungsreihe  von so genannten Alternate Reality Games in Form eines Live-Events.Über mehrere Tage hinweg gestaltet das Prometheus-Team eine mitreißende Verschwörungs-Geschichte, bei der die Teilnehmer quer durch die Stadt Spuren folgen, Informationen auswerten und dabei niemals wissen, wer überhaupt zum Spiel gehört. Neben Spaß, Mystery und technischen Gimmicks bietet das Konzept der Veranstaltung immer auch die Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung und die gewohnte Nutzung von Medien kritisch zu hinterfragen.

von Daniel Steinbach

Als Alternate Reality Game (Kurzform: ARG) bezeichnet man in der Regel ein auf verschiedene Medien (E-Mail, Blog, Chat, SMS) zurückgreifendes Spiel, bei dem die Grenze zwischen fiktiven Ereignissen und realen Erlebnissen bewusst verwischt wird. Häufig wird es zur Bewerbung eines neues Produktes oder einer neuen Dienstleistung verwendet, ohne dieses direkt anzupreisen. Die Spieler greifen auf verschiedene Quellen im Internet zurück, wobei es nicht selten geschieht, dass die Ereignisse in der Spielewelt bis hinaus in die reale Welt der Spieler hineinreichen und die Spieler so zum gemeinschaftlichen Handeln bewegt. Häufig schließen sich mehrere Spieler zusammen (z.B. In so genannten Wikis), um Rätsel schneller lösen zu können. Alternate Reality Games sind normalerweise durch ein großes Spiel-Universum in Form einer Vielzahl von Webseiten gekennzeichnet, die alle von sich behaupten durch und durch wirklich zu sein. Dies ist ein weiterer zentraler Bestandteil eines Alternate Reality Games, dass es das Konzept von "This is not a Game" für sich nutzt. Um die fiktive mit der realen Welt so gut wie möglich zu verschmelzen, vermittelt das Spiel permanent den Eindruck, real zu sein. (vgl.: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Alternate_Reality_Game)

Gemeinsam mit der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf und dem basa e.V. (Bildungsstätte Alte Schule Anspach) fand am 26. Januar 2010 ein medienkritisches Abenteuerspiel in Form eines Alternate Reality Games statt. 75 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 du 10 Lehrerinnen und Lehrer machten sich in Frankfurt und im Internet auf die mysteriöse Suche nach einem ominösen M.A., einem vermeintlichen Terroristen. Das ganztägige Spiel stand unter dem Motto „Medienkritik“. So wurden sie mit zahlreiche Medien und entsprechenden Manipulierungsversuchen konfrontiert. Darüber hinaus gab es Rätsel auf Internetseiten, GPS-Verfolgungen, Treffen mit Informanten an ungewöhnlichen Orten und vieles mehr.
Vor dem Spiel fand eine ausführliche Internetrecherche über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt, um ihnen am Schluss bei einer Abschlusspräsentation zu verdeutlichen, wie leicht es ist, sensible Daten über sie auszuspionieren. Die Veranstaltung war eingebettet in eine Projektwoche zum Thema „Kritischer Umgang mit Medien“. Am Folgetag fand eine intensive Spielreflexion statt, bevor die Jugendlichen an weiteren Workshops und Projekttagen zu verschiedenen Themen rund um den Umgang mit Medien teilnahmen.
Besonders für die zwölf Organisatoren, Spielleiter und Darsteller war die Organisation und Durchführung des Spiels eine besondere Herausforderung. Zehn Gruppen folgten jeweils ei-genen Rätselpfaden quer durch Frankfurt und trafen auf Spielfiguren und mussten von den Spielleitern zu den richtigen Handlungsorten gelenkt werden. Alles in allem hat jedoch das Spiel wunderbar geklappt und das Spielziel, die Entschärfung einer Bombenattrappe, wurde erreicht.

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