Mario Odyssey – Mario in ungewohnten Welten

Von Jan Turowski

Vor 2 Jahren kam Super Mario Maker in den Handel und ganze vier lange Jahre ist es nun schon her, dass der letzte 3D Mario Teil kleine und große Kinderaugen zum Strahlen gebracht hat. Allerdings handelte es sich bei Super Mario 3D World eher um eine 2,5D Optik. Wer das Nintendo 1×1 beherrscht, ahnte jedoch schon seit der offiziellen Ankündigung: Neue Konsole = neuer 3D Mario-Titel. Super Mario Odyssey heißt der neue Ableger der historischen Reihe.

Den Namen bekommt es von Marios nagelneuem fliegenden Schiff, der Odyssey, mit denen die verschieden Welten bereist werden können. Damit wagt Nintendo erstmals seit langem einen Stilbruch, denn eine klassische Oberwelt, die bisher in nahezu allen vorherigen Spielen zum Reisen zwischen Welten genutzt wurde, wird es diesmal nicht geben.

Auf der gamescom waren zwei verschiedene Welten/Level anspielbar: Zum einen gibt es New Donk City, eine an New York angelehnte Stadt, in der neben Mario auch „reale“ Menschen ihr Unwesen treiben. Für jeden der sich bisher gefragt hat, wie groß Mario im echten Leben wäre, kommt in diesem Teil die Antwort: verhältnismäßig eher klein und klobig. Wer sich noch an Marios ersten Auftritt im Arcade Spiel Donkey Kong erinnert, wird die Bürgermeisterin Pauline von New Donk City sicherlich wiedererkennen.

Die zweite Welt war nicht weniger ungewöhnlich. Zwar sind sowohl Eis- als auch Wüstenwelten im Pilzkönigreich schon viele Jahre etabliert, die Kombination dieser beiden ist in diesem Teil jedoch sehr spannend inszeniert, denn bestimmte Gebiete und Objekte müssen vom Eis befreit werden. Auch die Größe und Bewegungsfreiheiten in den beiden Welten wirkten auf mich sehr neu.

Was die Steuerung anbelangt, so sollten sich Spieler, welche die jüngeren 3D Mario-Teile, wie 3D World oder Mario Galaxy, gespielt haben, sehr schnell zurechtfinden. Wie gewohnt gibt es Schalterrätsel und Jump’n’Run-Parcours, die gemeistert werden wollen. Auch die allseits bekannten Gegner, wie Piranha-Pflanzen, Hammerbrüder, Kettenhunde, Kugelwillis und Gumbas, werden natürlich wieder präsent sein, wobei sich eine Vielzahl von ihnen nun von Marios Mütze steuern lassen.

Marios Mütze hat nicht nur ein paar Augen, sondern auch coole neue Fähigkeiten dazugewonnen. Zum einen kann sie als präzise steuerbare Spezialattacke eingesetzt werden, die auch über kurze Distanzen Münzen, Monde, die es hauptsächlich in diesem Spiel zu sammeln gilt, und andere Gegenstände einsammeln kann. Zum anderen kann sie, wie schon erwähnt, viele Gegner zu Gunsten Marios steuern. Mit Kugelwillis können beispielsweise schwierige Parcour-Passagen in luftigen Höhen einfach überflogen werden. In New Donk City kann man auch einem Passanten die Mütze im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf werfen. Wer nun denkt, er könne in Assassin’s Creed-Manier und in Menschengröße die Wolkenkratzer der Stadt erklimmen, der wird leider enttäuscht. Hier lässt sich mit Hilfe des Passanten ein ferngesteuertes Auto fahren, mit dem man einen Slalom-Parcour bewältigen muss.

Eine weitere interessante Spielmechanik ist der Wechsel zwischen 3D und 2D, wie es schon in vorherigen Titeln der Mario_Reihe oder beispielsweise The Legend of Zelda: A Link Between Worlds der Fall war. Hierzu gibt es bestimmte Röhren, in denen Mario verschwindet, um auf der Wand als 8-Bit und damit 2D Mario wieder aufzutauchen und das Level fortzuführen. Der Sprung zurück in die dritte Dimension schafft man, wer hätte es gedacht, wieder durch eine Röhre.

Solche Mechaniken sind erfrischend und es bleibt abzuwarten, welche Neuerungen wir noch von Nintendo erwarten können, um nicht einfach nur den x-ten Teil einer allseits bekannten Serie aufgetischt zu bekommen.

Achso: Was die Story angeht ist leider noch nicht allzu viel bekannt. Es wird aber gemunkelt, dass ein gewisser Bowser Prinzessin Peach entführt haben soll …

Hier geht es zum Original Artikel auf dem CTRL-Blog.